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Rauhnächte - Zeit für Visionen

Bild: Tobias Schmücker
Bild: Tobias Schmücker

Jahr für Jahr kaufst du dir einen neuen Kalender. Termine müssen geplant und der Alltag organisiert werden. Hättest du aber gedacht, dass ein Kalender viel mehr kann? Er vermag es, dir Schritt für Schritt den Weg zur Verwirklichung deiner rauhnächtlichen Visionen zu weisen.

 

Genau hierzu wurden die Märchen in prähistorischer Zeit geschaffen, um anhand von Geschichten wie „Schneewittchen“, „Aschenbrödel“, „Hänsel und Gretel“, usw. den Zuhörern aufzuzeigen, wie Wandel ganz natürlich zustande kommen kann. Ihr innerer Aufbau richtet sich nämlich nach den Sonne- und Mondzyklen. Du musst also nur der Geschichte und ihrem dahinterliegenden Kalender Schritt für Schritt folgen und dich von den Märchenheldinnen und -helden in deinem Tun inspirieren lassen. Dann kannst auch du deine Visionen und Träume verwirklichen.

 

Der erste Schritt liegt darin, dass du dir jetzt, während der Zeit der Rauhnächte, zwischen Weihnachten und dem 6. Januar, zwei Dinge bewusst wirst:

 

Erstens: Was ist nicht mehr stimmig in deinem Leben? Was möchtest du zur nächsten Weihnachtszeit so nicht mehr vorfinden oder erleben? Zweitens: Welche Vision eines besseren Lebens hast du? Was müsstest du haben oder tun können, oder wie müsstest du sein, damit die Dinge besser wären?  

 

Setz dich also in der Zeit der Rauhnächte regelmässig für einen kurzen Moment hin und notiere, was dir zu diesen Fragen einfällt:

 

¬  Wo ist dein Leben unstimmig?

¬  Wo empfindest du es als unvollständig, mangel- oder fehlerhaft?

¬  Welche Vision hast du, wie es anders sein könnte?

¬  Wovon träumst du insgeheim?

¬  Wie müsste dein Leben aussehen, damit du dich so richtig gut, zufrieden und gelassen fühltest?

 

Hier ein paar Anregungen für die Tierkreiszeichen. Sie können dir helfen, auf die für dich womöglich wichtigen Themen und Auseinandersetzungen zu kommen.

 

Widder

Unstimmig:        Du fühlst dich im Geheimen als Versager.

Vision:                Du willst deine Fähigkeiten im nächsten Jahr unter Beweis stellen.

 

Stier

Unstimmig:        Du fühlst dich viel zu unsicher.

Vision:                Du baust dir ein Sicherheitsnetz.

 

Zwillinge

Unstimmig:        Du fühlst dich in Routinen eingezwängt.

Vision:                Du nimmst dir mehr Freiheiten heraus.

 

Krebs

Unstimmig:        Du fühlst dich unverstanden.

Vision:                Du suchst kreative Wege, dir Gehör zu verschaffen.

 

Löwe

Unstimmig:        Du fühlst dich klein und unbedeutend.

Vision:                Du nimmst Stimmbildungsunterricht oder gehst ins Krafttraining.

 

Jungfrau

Unstimmig:        Du befürchtest das Unvorhergesehene.

Vision:                Du findest ein System, das dir gegen Chaos hilft.

 

Waage:

Unstimmig:        Du fühlst dich eingeengt.

Vision:                Du bestimmst, wo du dich festlegst und wo nicht.

 

Skorpion

Unstimmig:        Du fühlst dich ohnmächtig.

Vision:                Du legst den Grad deiner Hingabe fest.

 

Schütze

Unstimmig:        Du sitzt fest und kannst dich nicht frei bewegen.

Vision:                Du stellst deine innere und äussere Handlungsfreiheit wieder her.

 

Steinbock

Unstimmig:        Dir wird zu wenig Verantwortung übertragen.

Vision:                Du erschliesst dir neue Gebiete, in denen du nützlich sein kannst.

 

Wassermann

Unstimmig:        Die Kleingeistigkeit um dich herum macht dich fertig.

Vision:                Du führst deinen Mitmenschen die grossen Zusammenhänge vor Augen.

 

Fische

Unstimmig:        Du erträgst die stillschweigenden Forderungen nicht.

Vision:                Du definierst für dich selbst, was du wo geben willst – und hältst dich selbst daran.

  

In der Zeit zwischen dem 1. und 7. Januar werden sich bereits erste Möglichkeiten zeigen, wie diese Vision umgesetzt werden kann. Natürlich ist es wichtig, dass du jetzt nach diesem zarten Grashalm greifst. Das ist der erste Schritt, die Unstimmigkeiten in diesem Jahr zu beseitigen und deine Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.

 

Die Zeitfenster im Kalender

 

Die Heldenreise ist das mythologische Schema eines Märchens vom anfänglichen „Es war einmal…“ bis zum „…und sie lebten glücklich und zufrieden“.

 

Diese stets gleichbleibende "Reise" beschreibt die Abfolge von Zeitqualitäten, die die Märchenheldinnen und -helden im Laufe einer Geschichte durchlaufen. Wie Fenster öffnen und schliessen sie sich im Jahreskalender.  Wer sie sich zunutze macht, kann sich nach und nach ein besseres Leben erschaffen und seine Visionen verwirklichen. Somit brauchst du nur den Heldinnen und Helden durch ihre Geschichte zu folgen und im Laufe eines Jahreszyklus die jeweiligen Zeitqualitäts-Schlüsselsätze zu beherzigen. 

 

Zeitqualität vom 21. Dezember bis zum 24. Dezember 

 

Schlüsselsatz: Das Leben wird als unvollständig, mangel- oder fehlerhaft empfunden

 

Es ist die Es-war-einmal-Anfangssituation im Märchen. Die Eltern von Hänsel und Gretel haben zu wenig Essen für sich und ihre Kinder, Aschenputtel wird von ihrer Stiefmutter wie eine Dienerin behandelt und Dornröschens Mutter sehnt sich nach einem Kind. All diese Situationen markieren die Ausgangslage einer Geschichte. Im slowakischen Märchen „Das Sonnenpferd“ ist zu Beginn die Not riesig, weil alles düster ist wie ein Grab. Die Sonne scheint nicht. Das Märchen beginnt mit diesen Worten:

 

„Es war einmal ein Land, traurig und düster wie ein Grab, auf das Gottes Sonne nie schien.“

 

Vielleicht geht es dir gerade gleich: Alles erscheint dir düster und du vermisst das Helle und die Leichtigkeit.

 

Noch verborgen im Inneren zeichnet sich aber bereits eine Hoffnung, eine neue Vision ab. Mit Weihnachten und den darauffolgenden Rauhnächten öffnet sich nämlich ein neues Zeitfenster:

 

Zeitfenster vom 24. Dezember bis 31. Dezember

 

Schlüsselsatz: Die Vision eines besseren Lebens wird gehegt

 

Die Vision, die sich in dieser Zeit zu formen beginnt, gleicht dem kleinen Licht im slowakischen Sonnenpferd-Märchen: 

 

"Die Menschen hätten es (das Land) geflohen, und den Eulen und Fledermäusen überlassen, wenn nicht zum Glück der König ein Roß mit einer Sonne auf der Stirn besessen hätte, die, gleich der wahrhaftigen Sonne, helle Strahlen nach allen Seiten versandte."

  

Während also alles im Dunkeln liegt, gibt es doch eine einzige kleine Sonne auf der Stirn eines Pferdes. Diese gibt den Bewohnern des dunklen Königreichs Hoffnung, eine Vision, einen Traum, wie es anders sein könnte, wenn es denn Licht gäbe in ihrem Leben. Schon bald ergeben sich daraus neue Möglichkeiten:

 

Zeitfenster vom 1. Januar bis 7. Januar

 

Schlüsselsatz: Neue Möglichkeiten bieten sich an, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen

 

In diesem Zeitfenster beginnen die Menschen des finsteren Landes zu erahnen, was es heisst, regelmässig Licht zu haben. Der König hat eine gute Idee:

 

„Damit also die Leute in dem finstern Lande wohnen könnten, ließ der König sein Sonnenroß durch dasselbe führen, von einem Ende zum andern...“

  

Es ist der Auftakt einer Geschichte, die den Bewohnern des finsteren Landes dauerhaft Licht und Freude bringen wird. Am Ende des Märchens wird es dann heissen: "...(es) ergossen sich ringsum die Strahlen des Sonnenpferdes, erleuchteten weit und breit das Land, das schon so lange in undurchdringliche Finsterniß gehüllt war, und erfreute die Herzen der geplagten Menschen. Alles lebte neu auf, die Fluren lachten im Frühlingsschmuck..."

 

Aber bis dahin braucht es noch etwas Zeit. Dennoch ist all diese Freude und Helligkeit aus den anfänglichen Schwierigkeiten und den rauhnächtlichen Visionen entstanden.

 

Auch bei dir können sich also die Träume, die du jetzt hegst, zu einer konkreten Realität entwickeln, du musst nur den Zeitqualitäten des Jahreslaufs folgen. 

 

Halte dich hier auf dem Laufenden, wie es für die Märchenheldinnen und -helden weitergeht, und wie du dieses Wissen zu deinem Vorteil nutzen kannst.

 

 

©Andrea Hofman, 2021


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