Alles ist Wandlung und Verwandlung

Die Steinkreis-Astrologie hat leicht andere Schwerpunkte als die moderne Astrologie. Ihre Überlieferung dreht sich um die Geheimnisse der Wandlung vom Schlechten zum Guten. Sie zeigt dir, wie du ein sinnerfülltes Leben mit dem Bewusstsein, nicht machtlos zu sein, führen kannst. Du selbst kannst zur Heldin oder zum Held deines Lebens werden, wenn du auch bereit bist, dich deinem Schatten zu stellen. Dabei kristallisieren sich deine Mission und dein höherer Sinn im Leben heraus. Sie sind von grosser Bedeutung, damit du dich selbst und die Welt um dich herum zum Guten verändern kannst. (Zu den Beratungen)


Die Steinkreis-Astrologie ist die Astrologie unserer Vorfahren

 

Steinkreise, Steinreihen, Dolmen und Hügelgräber sind Teile einer vorgeschichtlichen Astrologie. Überall auf der Welt wurden in prähistorischer Zeit Steinbauten errichtet, die nach der Sonne und dem Mond ausgerichtet waren. 

  

Alles im Leben ist Wandlung, nichts ist fest, alles kann sich ändern. Wo Not und Hunger sind, kann es am Ende Überfluss geben, wo Ungleichheit herrscht, kann Gerechtigkeit wiederhergestellt werden.

 

Die Steinkreis-Astrologie zeigt, wie Wandlung bewusst herbeigeführt werden kann, damit am Ende ein Leben in Harmonie wieder möglich ist. Wandel kommt ganz natürlich, weil die Erde - und wir Menschen, die auf der Erde leben - den Zyklen von Sonne und Mond ausgesetzt sind. Wer dieses Wissen nutzt, wendet die Geheimnisse der Verwandlung an und kann die Welt verändern. Genau wie die Heldinnen und Helden im Märchen. Sie machen die Welt zu einem besseren Ort.

 

Auch die Märchen stammen aus der Zeit der Steinkreise. Damals gab es noch keine Schrift, alles wurde in Form von Geschichten mündlich weitererzählt. Märchen enthalten verschlüsselt das Wissen um diese alte Astrologie.  


Könnten Märchen

DENN WAHR SEIN...?


Die europäischen Volksmärchen lassen sich bis auf die Zeit der Steinkreise zurückdatieren. Sie liegen also an den Wurzeln unserer Kultur, genau wie die gigantischen Steinmonumente aus prähistorischer Zeit. Beide prägten unsere Kultur, als es noch keine Schrift gab, und sind älter als die ägyptischen Pyramiden!

 

Die europäische Geschichte ist so viel mehr als das, was wir im Schulunterricht gelernt haben: Griechen, Römer, Kreuzzüge und blutige Eroberungsschlachten ohne Ende. Da waren auch noch die Kelten, Wikinger, Germanen und vor ihnen die frühen Bauern. Wir wissen wenig über sie, weil sie ihr Wissen nicht schriftlich festgehalten haben. Trotzdem sind ihre Bauten überall in den Wäldern, auf Feldern und den Klippen Europas zu finden. Sie hinterliessen gewaltige Bauten aus Steinblöcken. Es brauchte unglaubliche Kraft, um solch riesige Steine heranzuschleppen, zu bearbeiten und so zu platzieren, dass sie sorgfältig nach Sonne- und Mondzyklen ausgerichtet waren. Was nur motivierte sie dazu? Wer einmal solch einen Ort besucht hat, wie hier im Bild den gigantischen Dolmen in der Bretagne namens "La Roche-aux-Fées", versteht, wieso man ihm nachsagte, er sei von Feen geschaffen worden.

 

Was, wenn die europäischen Märchen das Weltbild unserer Ahnen zeigt? Auch wenn es nicht schriftlich festgehalten wurde, wurde es dennoch mündlich weitererzählt. Was, wenn die Märchen die Lücken schliessen und uns berichten, was die damaligen Menschen, die ja unsere Vorfahren waren, bewegte und woran sie glaubten? "Es war einmal ein armer Bauer...", "Es war einmal eine Königin, die sich so sehr ein Kind wünschte und doch keines bekommen konnte...", so beginnen viele Märchen. Es sind durchaus reale Probleme von durchaus realen Menschen.

 

Gemäss Märchen suchten die Menschen damals immer wieder die Verbindung mit dem geheimnisvollen Göttlichen, dem natürlichen Prinzip hinter allem, der zyklischen Anbindung an die Natur, um ihre Probleme zu lösen. Dadurch wurden sie gewandelt und geheilt.

 


 

Indigene Völker hielten und halten sich heute noch eng an die jahreszeitlichen Zyklen. Sie wissen, dass jeder Zyklus Erneuerung bringt. Unsere prähistorischen Ahnen in Europa haben lange vor unserer Zeit ebenso naturnah gelebt.

 

 

Lange Zeit waren die Menschen, die die gigantischen Steinmonumente errichteten, noch nomadische Jäger und Sammler gewesen, bevor sie sich langsam zu Bauern entwickelten und an Ort und Stelle blieben. Genau wie die früheren Jäger-Sammler, glaubten auch die frühen Bauern noch an eine Art Mutter-Göttin, schreibt die deutsche Religions-Wissenschaftlerin Ina Wunn. Diese Mutter-Göttin war das höchste Wesen, aber kein Kultobjekt. Sie wurde nicht als eine einzige, übernatürliche Einheit angesehen, sondern als ein natürliches Prinzip.

 

Die Mutter-Göttin als natürliches Prinzip wurde sowohl von innen als auch von außen wahrgenommen. Es war diese Art des Denkens und Wahrnehmens, das auch die Märchen durchdringt. Probleme konnten mit Hilfe des natürlichen Prinzips gelöst werden. So waren für unsere Vorfahren das, was wir heute als Märchen bezeichnen, keine unglaublichen Fantasy-Stories, sondern wahre Geschichten. Wir hingegen, bezeichnen das, was unsere Vorfahren damals als natürliches Prinzip verstanden, heute als magisch, ja übernatürlich.

 

Das natürliche Prinzip zeigt sich in der zyklischen Zusammenwirkung von Erde, Sonne und Mond. 


Dornröschen - Ein Hinweis auf den vergessenen Mondzyklus

Das Leben ist fortlaufende Erneuerung. Mit jeder Geburt und jedem Tod wandelt es sich, genauso wie sich am Himmel die Konstellationen und auf der Erde die Jahreszeiten wandeln. 

 

Als unsere prähistorischen Vorfahren vor 6000 Jahren die heutigen Zaubermärchen kreierten, hielten sie die Kraft hinter der Erneuerung für weiblich. Denn, waren es nicht die Frauen, die die Kinder bekamen? 

 

Das altbekannte Märchen „Dornröschen“ dreht sich um diese Thematik. Zu Beginn des Märchens können ein König und eine Königin kein Kind bekommen. Ist die Erneuerung blockiert? Im Originaltext der Brüder Grimm aus der Veröffentlichung von 1812 heisst es:

 

Ein König und eine Königin kriegten gar keine Kinder, und hätten so gern eins gehabt. 

 

In der nächsten Aussage folgt die Vision der Erfüllung: 

 

Einmal saß die Königin im Bade, da kroch ein Krebs aus dem Wasser ans Land und sprach:  „dein Wunsch wird bald erfüllt werden und du wirst eine Tochter zur Welt bringen.“ 

 

Doch das Königreich generell ist blockiert und die Geburt einer Tochter allein behebt das Problem noch nicht. Dafür braucht es ein umfassendes Umdenken des Königs, wie wir sehen werden.

 

Die europäischen Zaubermärchen stammen aus der neolithischen Zeit und bilden den astronomischen Zyklus von Sonne und Mond ab. Das Weltverständnis damals war eng mit dem Kosmos verknüpft. Steinformationen wie Stonehenge, Newgrange, Carnac, Callanish und tausende andere, grosse und kleine Stein- und Holzmonumente, halfen in ganz Europa bei der Himmelsbeobachtung, denn schliesslich hing das Leben auf der Erde von den Bewegungen von Sonne und Mond ab. Sie bestimmten den Tag- und Nachtrhythmus, die Jahreszeiten und damit das agrikulturelle Jahr. Wollte man satt, gesund und glücklich sein, musste man mit ihren Zyklen im Einklang leben.

 

Dass die Königin im Bad sitzt und ein Krebs an Land kommt, gibt den Hinweis, dass am Himmel gerade entweder die Sonne oder der Mond, oder beide, im Tierkreiszeichens Krebs stehen und die Königin ein rituelles Bad nimmt, um eine Schwangerschaft einzuladen. Dabei empfängt sie die Prophezeiung, bald eine Tochter zu bekommen. Himmlische Konstellationen waren lebendig für unsere Vorfahren und man konnte mit ihnen sprechen, wie die Märchen zeigen. In späteren Dornröschen-Fassungen ist es ein Frosch, mit der die Königin spricht. Er steht für die gleiche Symbolik wie der Krebs, nämlich für alle Belange der Weiblichkeit, wie Schwangerschaft, Gebärmutter, Regelblutung, usw. Es sind weibliche Themen, die die Erneuerung einer Gesellschaft ermöglichen.

 

Der Mond ist eng mit der Frau und dem Tierkreiszeichen Krebs verbunden, und dass das Königspaar eine Tochter bekommen soll, ist eine weitere Bestätigung dafür, dass hier beim Thema "Frau, Mond, Erneuerung" etwas nicht im Lot ist. 

 

Das Schicksal nimmt seinen Lauf mit der Fehlentscheidung des Königs, zur Taufe von Dornröschen nur zwölf Feen einzuladen. Man muss dazu wissen, dass er sich damit über natürliche Gesetze hinwegsetzt. Viel lieber lebt er nach seinem eigenen, der Sonne nachempfundenen Kalender, ohne Rücksicht auf den Mond. Seine zwölf goldenen Teller stehen für zwölf Sonnen-Monate im Jahr.

 

Es ist kein einfaches Unterfangen, Sonne- und Mondzyklus zu koordinieren. Das Sonnenjahr liesse sich zwar leicht in vier Jahreszeiten zu je 90 Tagen einteilen, doch es bleibt am Ende immer noch ungefähr ein Drittel eines Mondumlaufs zwischen dem Ende des Sonnenjahres und dem Ende des Mondjahres übrig. Also nur mit der Zahl zwölf zu rechnen mag zwar einfacher sein, missachtet aber den Mondzyklus, der unabhängig von der Sonne seine dreizehn Runden dreht. Es gibt 13 siderische Monate mit 27 Tagen, 7 Stunden und 43 Minuten während eines Jahreszeiten-Umlaufs. Wer den Mondzyklus der Bequemlichkeit halber missachtet, missachtet leider auch die erneuernde, weibliche Kraft. Das ist es, was das Märchen und die dreizehnte Fee sagen wollen.

 

Bereits unsere Vorfahren, die Erbauer der Steinmonumente, kannten den integrierten Sonne-Mond-Kalender und lebten in einem friedlichen Matriarchat danach. Der ausgewogene luni-solare Kalender lieferte ihnen die nötigen Hinweise zum jahreszeitlichen Kreislauf mit seinen Aussaat- und Erntezeiten und zu den weniger offensichtlichen Einflüssen des Mondes. Es war ein "Wie-oben-so-unten-Kalender", der den Menschen den Einklang mit den Erneuerungskräften ermöglichte. (In vielen Sprachen ist der Mond treffenderweise weiblich, leider nicht so auf Deutsch.)

 

Dann kamen die Herrscher eines neuen Systems, des Patriarchats. Mit beginnendem Bronzezeitalter meinten sie, sie könnten sich über die natürlichen Zyklen stellen und sich den Kalender nach Gutdünken zurechtbiegen. Doch kein Herrscher, auch wenn er sich noch so sehr als Vertreter der goldenen Sonnenmacht wähnt, kann sich über die natürlichen Gesetze erheben. Mit der Zeit stimmt nämlich seine theoretische Rechnung nicht mehr mit der jahreszeitlichen Wirklichkeit überein. Der Auftritt der dreizehnten Fee stellt das klar. Dreizehn ist die Zahl des Mondes schlechthin, denn ausser, dass er die Umlaufbahn dreizehn Mal im Jahr durchläuft und es daher dreizehn siderische Monate gibt, bewegt er sich etwas über dreizehn Grad pro Tag. 

 

Jetzt versteht man auch, welche Schwierigkeiten sich der Vater einheimst, wenn er nur zwölf Feen zur Taufe seiner Tochter (notabene!) einladen will. Entweder weiss er nicht, wie wichtig der Mondzyklus für eine Frau ist - oder aber er unterbindet diesen Einfluss ganz bewusst. Eine Frau, die weiss, welche natürliche Macht sie besitzt, indem sie Kinder bekommen kann, ist für einen Patriarchen potentiell gefährlich. Zwölf goldene Teller, zwölf Sonnen in einem Jahr. Basta. Da herrscht Ordnung und Kontrolle, meint er:

 

…und der König war so erfreut über die Geburt der Prinzessin, daß er ein großes Fest anstellen ließ, und dazu lud er auch die Feen ein, die im Lande waren, weil er nur zwölf goldene Teller hatte, konnte er eine nicht einladen: es waren ihrer nemlich dreizehen.

 

Die dreizehnte Fee platzt wütend in die Feier, denn Fakt ist, ob der König seinen eigenen Kalender konstruiert hat oder nicht, der Mond bleibt Teil vom Geschehen am Himmel. Sie prophezeit ihm: „Wenn du das Weibliche, den Mondzyklus deiner Tochter nicht anerkennst, wird sie sterben. Deine Tochter und alle Frauen sorgen mit einer nächsten Generation für die Erneuerung in deinem Königreich. Ansonsten stirbt es aus.“ 

 

Die Feen kamen zu dem Fest, und beschenkten das Kind am Ende desselben: die eine mit Tugend, die zweite mit Schönheit und so die andern mit allem, was nur auf der Welt herrlich und zu wünschen war, wie aber eben die elfte ihr Geschenk gesagt hatte, trat die dreizehnte herein, recht zornig, daß sie nicht war eingeladen worden und rief: „weil ihr mich nicht gebeten, so sage ich euch, daß eure Tochter in ihrem funfzehnten Jahre an einer Spindel sich stechen und todt hinfallen wird.“ 

 

Die Spindel ist das Symbol der Zeit. Die Fee weist damit auf darauf hin, dass Dornröschen die richtige Zeitrechnung am eigenen Leib erfahren wird. Im fünfzehnten Lebensjahr wird die Pubertät mit der Monatsblutung einsetzen und Dornröschen zur fruchtbaren Frau umwandeln. Das kann kein menschengemachter Kalender verhindern. Doch die zwölfte Fee zeigt sich versöhnlich und mildert den Tod ab zu einem tiefen Schlaf:

 

Die Eltern erschracken, aber die zwölfte Fee hatte noch einen Wunsch zu thun, da sprach sie: „es soll aber kein Tod seyn, sie soll nur hundert Jahr in einen tiefen Schlaf fallen.“

 

Wenn der Mond dennoch in den zwölfer-Kalender eingefügt wird, wie hier vorgeschlagen (die dreizehnte Fee tritt ja zwischen der elften und zwölften auf), besteht noch Hoffnung. Der Vater hat aber kein offenes Ohr dafür, lieber lässt er alle Spindeln im ganzen Reich abschaffen. Damit zementiert er ein Tabu.

 

Doch wiederum ist das Wort der Fee, also das echte Geschehen am Himmel, mächtiger als der König. Dornröschen sticht sich an einer Spindel und zieht gleich das ganze Königreich mit sich in den Tiefschlaf. Die Gesellschaft hat den Mond so weit tabuisiert, dass er fast vergessen ist. Als Dornröschen seine Gegenwart zum ersten Mal spürt in der Pubertät, ist es wie ein Stachel, ein Schock, ein überwältigender Moment der Ausrichtung auf den Kosmos. Vielleicht fühlt sie sich, als ob sie in den Schoss der Grossen Göttin, in die Umarmung der Mutter sinken würde und endlich heim käme, heim zu ihrer wahren Natur.

 

Von aussen gesehen vergehen hundert Jahre, in denen sich die Rosen um die Schlossmauern ranken und das Königreich vom erneuernden Mondzyklus abgeschnitten ist. Nichts regt sich, nichts wandelt sich, alles schläft. Erst nach rund hundert Jahren erfährt der falsche Kalender des Königs wieder eine Angleichung an die Wirklichkeit. Sonne und Mond berühren sich wieder, weiblich und männlich vereinen sich endlich in einer Berührung, einem Kuss, und Dornröschen und das ganze Königreich können aufwachen und wieder am Erneuerungszyklus des Lebens teilhaben.  

 

Da war der Königssohn so erstaunt über ihre Schönheit, daß er sich bückte und sie küßte, und in dem Augenblick wachte sie auf, und der König und die Königin, und der ganze Hofstaat, und die Pferde und die Hunde, und die Tauben auf dem Dach, und die Fliegen an den Wänden, und das Feuer stand auf und flackerte und kochte das Essen fertig, und der Braten brutzelte fort, und der Koch gab dem Küchenjungen eine Ohrfeige, und die Magd rupfte das Huhn fertig. Da ward die Hochzeit von dem Königssohn mit Dornröschen gefeiert, und sie lebten vergnügt bis an ihr Ende.

 

Das anfängliche Problem ist behoben, die Fruchtbarkeit der Frauen ist wiederhergestellt. Der König musste die Konsequenzen seines einseitigen Herrschaftsanspruchs zu spüren bekommen und lernen, dass dem Mond und dem Weiblichen einen überaus wichtigen Stellenwert in seinem Königreich zukommt. Ein Leben ohne den Mond bedeutet ein Leben in Stagnation, ein Leben ohne Erneuerung.

 

 

©Andrea Hofman, 2021

 

 

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